vikusha
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Ferien.2.

... Das wichtigste ist, dass ich bloß nicht peinlich werde. Das werd ich nämlich manchmal.. Wenn ich betrunken bin. Doch ich merke wie sich mein Traum wandelt und ich vollkommen nüchtern in einem Café sitze. Er sitzt mir gegenüber und lächelt mich an. Er wusste schon immer, wie er mich rumkriegt. Auch wenn er es früher eher unabsichtlich getan hat. Ich weiß schon wieder nicht, über was wir sprechen und was genau er sagt. Aber es ist etwas, was mich zum Lachen bringt. Wie früher.
Wir gehen Hand in Hand. Irgendwo. Er umarmt mich. Ich spüre seine Lippen auf meinen. Wie lange ich mir das gewünscht habe. Davon geträumt habe. Und nun ist es Wirklichkeit. Ich möchte nicht aufhören, ihn zu küssen. Nie wieder. Mein Bauch tut richtig weh vor Glück und meine Knie werden weich. Ich bin wieder das kleine Mädchen, das damals in ihn verliebt war, das ihm damals den Liebesbrief in den Briefkasten geworfen hat, das ihn niemals vergessen konnte.
"Gehen wir zu dir?"

und ich wache auf.
22.7.11 17:20


Ferien

Meine Ferien fangen an und ich bin glücklich, Single zu sein. Spaß mit Freunden, Lachen, Freude. Scheint, als wäre ich nicht mehr in der Lage, Kummer zu haben.
Dennoch ist heute ein Freitag und sie fangen auch mit einem Bauchkribbeln an. Weil er online ist. Weil er mir nicht schreibt. Weil ich mich fragen muss, ob er an mich denkt. So wie ich an ihn.
Ein lautes Bohrgeräusch verursacht mir Kopfschmerzen. Nebenan ziehen neue Nachbarn ein. Wann bin ich endlich weg aus dieser Bruchbude? Ich kann es nicht erwarten, ein eigenes Leben anzufangen. Auszuziehen, alleine zu wohnen, neue Leute zu treffen. Das sind meine letzten Sommerferien. Ich bin mir sicher, dann wird nichts mehr so wie vorher sein..

Ich habe mir vorgenommen, wieder mehr zu schreiben. Weil ich meine Texte immer so gemocht hab. Ich denke auch, dass andere sie gern gelesen haben. Jedoch nicht hier. Dafür hab ich mir ein schönes neues Buch gekauft. Wo alles reinkommt, was mich beschäftigt. Eine gute Übung ist das. Vielleicht schreib ich dann auch mal wieder etwas mehr. Etwas größeres.



So wie zum Beispiel über meinen Traum. Ich weiß nicht wo er angefangen hat, aber ich weiß, dass er plötzlich da war. In meiner Traumwelt. Ich habe so lange nicht mehr an ihn gedacht. Kein Bisschen. Wir haben uns Ewigkeiten nicht mehr gesehen und die letzten Male verliefen nicht gerade herzlich. Es ist so hart, alte Freunde zu treffen und nicht gegrüßt, ignoriert zu werden.
Er weiß genau wer ich bin, obwohl er erstmal tut als wüsste er es nicht. Natürlich. Er ist ja nüchtern. Ich gehe vorbei und schon ist er weg. So wie sonst so oft auch.
Dann sehen wir uns erneut. In irgendeinem Club. Ich bin aufgetakelt und fühle mich absolut selbstsicher. Ein Bisschen betrunken bin ich auch, wie immer.
Ich sehe ihn sofort in der Menge und unsere Blicke treffen sich für einen kurzen Moment. Sofort schießen Erinnerungen in meinen Kopf.

Wie aufgeregt ich war, als ich zum ersten Mal bei ihm angeklingelt hab, um ihn nach Draußen zum Spielen zu rufen.
Wie er mich im Treppenhaus von oben angelächelt hat und seine Haare dabei in alle Richtungen abstanden, weil er gerade geduscht hatte. Wie wir Fußball gespielt haben und er mich extra hat gewinnen lassen, weil ich ein wenig schlechter und schwächer war, als die anderen. Wie wir zusammen kleine Kinder geärgert haben und dachten, wir wären die allercoolsten, was mir im Nachhinein natürlich sehr Leid tut. Wie wir ein Versteck gebaut haben und dort meine alten Möbel hingeschleppt haben, um es uns dort gemütlich zu machen. Die Möbel waren nach einigen Tagen weg und wir haben uns noch gewundert, wer unsere Schätze geklaut haben mag. Wie wir immer zusammen durch die Straßen gelaufen sind und dachten, dass uns nie etwas trennen könnte. Wie ich mich in ihn verliebt habe und mich nicht getraut habe, es ihm zu sagen. Wie ich ihm einen Brief geschrieben habe, wegen dem sein bester Freund mich sehr lange ausgelacht hat. Wie er auf einmal weggezogen ist und ich niemals rausgefunden habe, wo er hingezogen ist. Soziale Netzwerke kannte ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht.


Ich sehe in seine Augen und sehe, dass er an das gleiche denkt. Ich möchte auf ihn zurennen, ihn umarmen, vielleicht sogar vor Freude weinen, weil wir einander endlich wiedergefunden haben.
Doch etwas hält mich auf. Es ist nicht mehr so wie früher. Wir sind keine Kinder mehr, die sich über nichts Gedanken zu machen brauchen. Ich wende meinen Blick von ihm ab und sehe nach meinen Freundinnen. Doch wie es in Träumen manchmal so ist, finde ich sie nicht. Ich bin ganz allein dort. Und kurze Zeit später finde ich mich in seinen Armen wieder. Es fühlt sich gut an. Es fühlt sich verdammt richtig an. Ich habe meine Kindheitsliebe wieder und diesmal wird es richtig schön laufen. Weil er mich kennt, weil er mich mag, wie ich bin. Bestimmt.
Ich sehe in seine Augen und sehe den kleinen süßen Jungen in ihm, der er mal war. Leuchtende Augen und ein immer lächelnder Blick.
Ich kann mich nicht daran erinnern, was wir sagen, worüber wir sprechen. Es scheint alles so unwichtig. Ich sehe nur ihn vor mir, wie er mich ansieht. Das wichtigste..
22.7.11 16:26


Das Wochenende rückt immer näher und umso mehr denke ich wieder an ihn.. Ich kenne ihn , denk ich mal, gut genug, um zu wissen, dass er am Samstag nicht dort sein wird.
Würde ich ihm viel bedeuten, würde er irgendetwas für mich empfinden, würde er kommen. Aber da dies nicht der Fall ist, so bitter es für mich sein mag, wird er an diesem Abend nicht mal an mich denken.
Trotzdem frage ich mich immer mehr, was ich tun würde, WENN er doch da sein würde. Ich weiß nicht, ob ich ihn überhaupt noch wirklich zurückwill. Vielmehr denk ich, dass es doch die richtige Entscheidung war. Was soll ich bitte mit einem Freund in Aachen? Der es dazu auch noch einen Scheißdreck für mich interessiert. Genug von Fernbeziehungen, ich kann euch sagen, NIE WIEDER. Wenn ich jemanden kennenlerne, der weit weg wohnt, egal wie toll und nett er auch sein mag, tschüss.
Ich denke, wenn er am Samstag dort sein wird, werde ich ihn abblitzen lassen. Ich werden ihn ein bisschen leiden lassen. Auch wenns ihm gar nicht so sehr weh tun wird.
Ach, er wird sowieso nicht kommen. Er ist nicht so einer.
Ein Grund mehr, ihn gehen zu lassen.
Alles wird gut.
21.7.11 09:09


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